FCC Workshop 2026 in München
Der Future Circular Collider (FCC) ist ein geplanter Elektron-Positron-Beschleuniger mit hoher Luminosität und einem Umfang von etwa 91 Kilometern, der am CERN gebaut werden soll. Der FCC-ee bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Bereiche Higgs, elektroschwache Wechselwirkung und Top-Quarks umfassend zu erforschen, und würde eine detaillierte Charakterisierung der Teilcheneigenschaften in Rekordzeit ermöglichen, wodurch der Weg für eine neue Ära der Physikforschung weit über die direkten Möglichkeiten aktueller Experimente hinaus geebnet würde.
Mehr als 180 Physiker/innen, darunter eine große Zahl von Nachwuchswissenschaftler/innen, kamen im Max-Planck-Institut für Physik in München/Garching zum Future Circular Collider (FCC) Workshop 2026 zusammen. Das Treffen brachte die Teilchenphysik-Community zusammen, um aktuelle Studien und das gesamte Physikprogramm sowie die Organisation des zukünftigen FCC-ee zu diskutieren, der nun offiziell vom CERN als sein nächster Flaggschiff-Collider bestätigt wurde.
Der Workshop in München markierte auch den Übergang in die Phase des vorläufigen technischen Entwurfsberichts (pre-TDR) des FCC-ee-Projekts, der für die Koordinierung der wachsenden internationalen Bemühungen um ein kohärentes Design und eine kohärente Physikstrategie von entscheidender Bedeutung ist.
Die ETP-Gruppe am KIT war auf dem Workshop aktiv vertreten. Sofia Giappichini stellte aktuelle Prognosen dazu vor, wie der FCC-ee die CP-Verletzung beim Zerfall von Higgs-Bosonen in Tau-Leptonen untersuchen könnte, und hob dabei das Potenzial des Colliders hervor, neue Quellen der CP-Verletzung im Higgs-Sektor aufzudecken. Die Ergebnisse zweier ETP-Bachelorarbeiten – von Gregor Bordbeck und Lars Bogner – mit Schwerpunkt auf Tau-Lepton-Rekonstruktionstechniken wurden ebenfalls diskutiert und fanden positive Resonanz in der Fachwelt. Ihre Arbeiten wurden zur Veröffentlichung in zwei Artikeln eingereicht.
Prof. Markus Klute hob das wachsende Engagement der deutschen Community im FCC-Projekt hervor und unterstrich die Beiträge deutscher Gruppen in einer Vielzahl von Bereichen, wie Beschleunigerentwicklung, Detektorforschung und -entwicklung, Simulationsstudien und theoretische Berechnungen.
Da der FCC-ee mehr denn je Gestalt annimmt, ist die Aufgabe für die Community klar: Entwerfen, testen und ihn aus jedem Blickwinkel auf Herz und Nieren prüfen! Mit ehrgeizigen Zielen und innovativen Werkzeugen sind die ETP-Forscher/innen bereit, aktiv zur Entwicklung der Maschine beizutragen, die die nächste Ära der Teilchenphysik prägen wird.
Kontakt: Prof. Dr. Markus Klute (markus klute ∂does-not-exist.kit edu)
