Neue COST Action AIFORIA ausgewählt: Koordinierung der KI für die Grundlagenphysik in Europa
Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant zu einer Schlüsseltechnologie für die Grundlagenphysik. Zukünftige Experimente und Observatorien, vom High-Luminosity LHC und FAIR bis hin zu Euclid, SKA, CTAO, LISA und dem Einstein-Teleskop, werden Daten von bisher unerreichter Größe und Komplexität erzeugen. Um das wissenschaftliche Potenzial dieser Einrichtungen voll auszuschöpfen, werden vertrauenswürdige, interpretierbare, effiziente und physikbewusste KI-Methoden benötigt.
Die neu ausgewählte COST Action AIFORIA - Artificial Intelligence for Fundamental Physics: Open Roadmapping and Inclusive Actions wird ein offenes europäisches Netzwerk aufbauen, um KI-Aktivitäten in der Teilchenphysik, Astroteilchenphysik, Kernphysik, Gravitationswellenforschung und Kosmologie zu koordinieren. Ziel der Action ist es, derzeit fragmentierte Aktivitäten zu verknüpfen, gemeinsame Prioritäten zu definieren und gemeinsame Standards für KI-Methoden, Datensätze, Benchmarks und Forschungsinfrastrukturen zu unterstützen.
AIFORIA wird zentrale Herausforderungen adressieren, darunter unsicherheitsbewusste und interpretierbare KI, skalierbare und energieeffiziente Architekturen, physikbewusste Modelle, gemeinsame Benchmarks, KI-gestütztes Design von Experimenten und KI-gestütztes wissenschaftliches Schlussfolgern. Das Netzwerk wird außerdem Training Schools, Hackathons, Workshops und Short-Term Scientific Missions organisieren, mit besonderem Fokus auf junge Forschende und eine inklusive Beteiligung in ganz Europa.
Am KIT knüpft die Action eng an die Forschung am Institut für Experimentelle Teilchenphysik (ETP) an, wo maschinelles Lernen für Teilchenrekonstruktion, Detektoroptimierung, Simulation, statistische Inferenz und KI-gestützte wissenschaftliche Workflows zu einer zentralen Forschungsrichtung geworden ist. Durch diese Aktivitäten bringt das ETP Expertise in KI-getriebenen Methoden für zukünftige Experimente der Grundlagenphysik in das europäische AIFORIA-Netzwerk ein.
Der Antrag erhielt die höchstmögliche Bewertung, mit exzellenten Bewertungen für wissenschaftliche Exzellenz und Wirkung sowie einer herausragenden Bewertung der Umsetzung. Die Gutachtenden hoben die Aktualität der Action, ihre Rolle bei der Verringerung der Fragmentierung europäischer KI-für-Physik-Aktivitäten und ihr Potenzial hervor, gemeinsame Werkzeuge, Benchmarks und Good Practices für die Grundlagenphysik zu etablieren.
Durch die Zusammenführung von Expertise aus europäischen Forschungsgemeinschaften wird AIFORIA dazu beitragen, ein kohärentes und nachhaltiges KI-Ökosystem für die Grundlagenphysik zu gestalten und Europas Rolle in KI-gestützter wissenschaftlicher Entdeckung zu stärken.
Kontakt: Prof. Dr. Jan Kieseler
