ETP auf der DPG-Frühjahrstagung in Erlangen

23.03.2026
Gruppenbild des ETP Alexander Heidelbach
Gruppenbild des ETP

In der Woche vom 16. bis 20. März kamen rund 1800 Physiker in Erlangen zur Frühjahrstagung der Sektion Materie und Kosmos (SMuK) der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) zusammen. In mehr als 1500 Beiträgen präsentierten Forscher Arbeiten aus Bereichen wie Teilchenphysik, Kosmologie und Plasmaphysik sowie Anwendungen in der Strahlen- und Medizinphysik. ETP war stark vertreten und leistete Beiträge zu einer Vielzahl von Themen. 

Die CMS-Analysegruppen „Higgs to ττ“, SM und BSM stellten ihre Arbeit in mehreren parallelen Vorträgen vor, die ein breites Spektrum laufender Projekte abdeckten. Dazu gehörten Präzisionsmessungen des Zerfalls des Higgs-Bosons in τ-Leptonen, die Suche nach zusätzlichen Higgs-Bosonen jenseits des Standardmodells und nach nicht-resonanter Di-Higgs-Produktion, eine Messung des Z+Jets-Querschnitts sowie Beiträge zur Detektorleistung, wie beispielsweise die Myonkalibrierung. Darüber hinaus befassten sich einige Beiträge mit exotischeren Signaturen, wie beispielsweise semivisiblen Jets und axionähnlichen Teilchen.

Die CMS-Hardwaregruppe war mit einem Gastvortrag von Stefan Maier über die laufenden Detektoraufrüstungen der Experimente CMS und ATLAS zur Vorbereitung auf den High-Luminosity-LHC vertreten. Ergänzende Beiträge in parallelen Sitzungen konzentrierten sich auf Forschungs- und Entwicklungsstudien für zukünftige Detektortechnologien und Teilchenbeschleuniger sowie auf die Anwendung von Methoden der Teilchenphysik im medizinischen Bereich.

Über das LHC-Programm hinaus hoben ETP-Beiträge zum Belle-II-Experiment die zunehmende Rolle moderner Techniken des maschinellen Lernens bei der Datenverarbeitung hervor. Mehrere Vorträge demonstrierten den Einsatz von graphischen neuronalen Netzen zur Verbesserung sowohl der Echtzeit-Ereignheitsrekonstruktion für den Level-1-Trigger als auch der Offline-Tracking- und Clustering-Leistung. Darüber hinaus wurden Analysen von B-Meson-Zerfällen im Zusammenhang mit semileptonischen Prozessen, elektroschwachen Penguin-Übergängen und der Suche nach Physik im dunklen Sektor vorgestellt.

Studien zu zukünftigen Collidern waren ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Tagung. Hier befassten sich die Beiträge des ETP mit der Machbarkeit von Präzisionsmessungen des Higgs-Bosons – wie beispielsweise seiner CP-Eigenschaften bei Zerfällen in τ-Leptonen – sowie mit seltenen Prozessen, darunter Bs→ττ-Zerfälle und die Suche nach axionähnlichen Teilchen am FCC-ee.

Aktuelle Entwicklungen im Bereich des Hochenergie-Physik-Computings wurden in speziellen Sitzungen diskutiert. Zu den Beiträgen des ETP gehörte ein Überblick über den Betrieb des Tier-1-WLCG-Standorts in Karlsruhe, GridKa, mit besonderem Schwerpunkt auf GPU-basiertem Computing. Weitere Beiträge befassten sich mit der Entwicklung von Frameworks für neuronale simulationsbasierte Inferenz und von Tools zur Optimierung von Monte-Carlo-Produktions-Workflows. Diese Bemühungen unterstreichen die wachsende Bedeutung fortschrittlicher Berechnungsmethoden für die Ermöglichung von Physikanalysen der nächsten Generation.

Darüber hinaus gab es mehrere Vorträge zu verschiedenen Outreach-Projekten des ETP an Schulen, die den Grundstein für zukünftige Generationen von Teilchenphysikern legen.

Insgesamt bot die diesjährige DPG-Frühjahrstagung eine lebendige Plattform für den wissenschaftlichen Austausch und bot insbesondere unseren jungen Forschern die Gelegenheit, ihre Arbeit zu präsentieren und sich mit Kollegen aus der gesamten Community auszutauschen, um neue Kontakte und Kooperationen aufzubauen.